Statt des Singular Angst wird oft auch das Worte Ängste benutzt. Damit drückt der Betroffene aus, dass er unter verschiedenen Ängsten leidet (zum Beispiel Flugangst und Redeangst), oder die Wahl des Wortes Ängste folgt aus dem allgemeinem Sprachgebrauch (zum Beispiel soziale Ängste). Oder aber der Betroffene macht unbewusst deutlich, dass er große und / oder regelmäßig Angst hat, da er die Pluralform Ängste wählt.

Doch egal unter welchen Ängsten ein Mensch leidet, der eigentliche Zweck der Angst ist immer der gleiche. Die Ängste sind in uns Menschen verankert, sie sind ein natürlicher Warnmechanismus. Ängste, egal welcher Natur, gehen auf die lebensnotwendige Funktion der Selbsterhaltung zurück.

Wird einem die Situation, die man als bedrohend wahrnimmt, angekündigt – oder es kommt unerwartet zu einer akuten Bedrohung, empfinden wir Angst und Aufregung. Die Angst hat also eine nützliche, lebenswichtige Funktion: Angst bereitet den Körper in bedrohlichen Situationen auf einen Kampf oder auf die Flucht vor, die Angst erhöht so die Chance zu überleben. Denn in bedrohlichen Situationen schüttet der Körper Adrenalin aus, dieses Hormon macht den menschlichen Körper leistungsfähiger und vermag ihn einfacher über bestimmte Schmerzgrenzen zu gehen.

Doch die Angst hat auch eine Kehrseite, sie kann nämlich krankhaft sein und das Leben eines Angstbetroffenen bestimmen. Ängste treten dann regelmäßig auf, sie sind unbegründet und sehr intensiv. Das bedeutet für den Körper einen enormen Stress und auch für die Psyche des Angstbetroffenen ist das Gefühl sehr belastend.

Generell kann man sagen, dass es sich dann um krankhafte Ängste handelt, wenn diese sehr lähmend sind (von intensiven körperlichen oder psychischen Symptomen begleitet werden) und kein Grund für diese Ängste erkennbar ist. Dann handelt es sich nicht um normale Ängste, sondern um eine Angststörung, die professionell therapiert werden sollte.

Wenn Sie regelmäßig unter Ängsten leiden, suchen Sie bitte unbedingt einen qualifizierten Arzt auf oder wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Hausarzt. Der Hausarzt wird mit Ihnen die Möglichkeiten der Angsttherapie besprechen.