Statt des Singular Angst wird oft auch das Worte Ängste benutzt. Damit drückt der Betroffene aus, dass er unter verschiedenen Ängsten leidet (zum Beispiel Flugangst und Redeangst), oder die Wahl des Wortes Ängste folgt aus dem allgemeinem Sprachgebrauch (zum Beispiel soziale Ängste). Oder aber der Betroffene macht unbewusst deutlich, dass er große und / oder regelmäßig Angst hat, da er die Pluralform Ängste wählt.

Doch egal unter welchen Ängsten ein Mensch leidet, der eigentliche Zweck der Angst ist immer der gleiche. Die Ängste sind in uns Menschen verankert, sie sind ein natürlicher Warnmechanismus. Ängste, egal welcher Natur, gehen auf die lebensnotwendige Funktion der Selbsterhaltung zurück.

Wird einem die Situation, die man als bedrohend wahrnimmt, angekündigt – oder es kommt unerwartet zu einer akuten Bedrohung, empfinden wir Angst und Aufregung. Die Angst hat also eine nützliche, lebenswichtige Funktion: Angst bereitet den Körper in bedrohlichen Situationen auf einen Kampf oder auf die Flucht vor, die Angst erhöht so die Chance zu überleben. Denn in bedrohlichen Situationen schüttet der Körper Adrenalin aus, dieses Hormon macht den menschlichen Körper leistungsfähiger und vermag ihn einfacher über bestimmte Schmerzgrenzen zu gehen.

Doch die Angst hat auch eine Kehrseite, sie kann nämlich krankhaft sein und das Leben eines Angstbetroffenen bestimmen. Ängste treten dann regelmäßig auf, sie sind unbegründet und sehr intensiv. Das bedeutet für den Körper einen enormen Stress und auch für die Psyche des Angstbetroffenen ist das Gefühl sehr belastend.

Generell kann man sagen, dass es sich dann um krankhafte Ängste handelt, wenn diese sehr lähmend sind (von intensiven körperlichen oder psychischen Symptomen begleitet werden) und kein Grund für diese Ängste erkennbar ist. Dann handelt es sich nicht um normale Ängste, sondern um eine Angststörung, die professionell therapiert werden sollte.

Wenn Sie regelmäßig unter Ängsten leiden, suchen Sie bitte unbedingt einen qualifizierten Arzt auf oder wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Hausarzt. Der Hausarzt wird mit Ihnen die Möglichkeiten der Angsttherapie besprechen.

6 Antworten zu “Ängste”

  1. Sarah sagt:

    Und was ist, wenn man Angst vor Ärzten hat? Ich weiß nicht, was ich tun soll…

  2. Nils (Team Angst.org) sagt:

    Liebe Sarah,

    verständlich, dass der erste Schritt besonders schwer fällt, wenn Du Angst vor dem Arzt hast. Mach Dir klar, dass der Arzt nichts tun wird, was Du nicht möchtest.

    Such Dir einen Arzt, dem Du vertrauen kannst. Eventuell kannst Du eine Freundin mitnehmen, der Du Dich anvertraut hast und die Dich ernst nimmt.

    Ich hoffe, ich konnte Dir damit etwas helfen?

    Liebe Grüße und alles Gute!
    Nils – vom Angst.org Team

  3. Sarah sagt:

    Und was, wenn ich ein sozusagen traumatisches Erlebnis mit einer bestimmten Sorte von Arzt miterleben musste, als ich in der Grundschule war?

  4. Nathalie sagt:

    Sarah,

    ich kann dich voll und ganz verstehen wie du dich fühlst. Zwar ist es bei mir mit Ärzten nicht so aber allgemein bei Menschen. Ich weiß noch wie ich früher offen und hilfsbereit gegenüber den Menschen war bis mich ein traumatisches Erlebnis getroffen hat. Ich habe mich jahrelang zurück gezogen und habe auch heute noch Ängste vor einer Unterhaltung. Vorallem vor Unterhaltungen wenn es um mich geht. Doch weißt du wie ich das bekämpfe? Ich habe eine enge Person an meiner Seite. Der ich sehr vertraue und diese Person ist meistens mit mir zusammen weg. Durch sie habe ich keine Angst weil ich weiß das diese Person mit versteht und unterstützen würde. Ich schlage dir wirklich vor, wie auch Nils vorgeschlagen hat eine Freundin oder eine Person aus deinem Leben mitzunehmen der du sehr vertraust. Mir hat es bisher ein wenig geholfen. Vorallem musst du Geduld haben. Denn man wird nicht von heute auf morgen gesund. Ich bin mir sicher wenn du eine Person dabei hast und dich somit sicherer fühlst, dass das Gespräch mit dem Arzt gar nicht mal so schlimm ist.

    Viel Glück und alles Gute

    Nathalie

  5. Micha sagt:

    Hallo Sarah,

    um deine Ängste zu behandeln muss du nicht unbedingt zum Arzt gehen. Du kannst es auch bei einem Berater oder Coach probieren. Die helfen dir, dich mit deiner Angst auseinander zu setzen und zu erkennen, wo deine Angst angebracht ist und wo nicht.

    Falls das auch nicht geht, mach dir klar, dass das traumatische Ereignis zwar schrecklich war und du es so nie wieder erleben willst. Mach dir aber auch klar, dass es sehr unwahrscheinlich sein wird, dass genau diese Situation in genau dieser Weise sich nochmal wiederholt. Allein die Tatsache, dass du jetzt älter bist, macht das schon schwer. Als Grundschülerin sind deine Möglichkeiten sehr begrenzt. Heute steht dir viel mehr und viel besseres zur Verfügung. Du musst das nicht mehr als Opfer erdulden! Es ist, wie Nils schon geschrieben hat, der Arzt darf dir nichts tun, was du nicht möchtest.

    Immer schön ran an den Feind!

    Liebe Grüße
    Micha
    PS: An dieser Stelle ist es angebracht, meinen Kinderarzt zu grüßen, dem ich eine Spritzenphobie verdanke 🙁
    Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, versuche ich ein klein bisschen mehr über meine Angst zu triumphieren, so dass sie eines Tages verschwunden sei wird. Ich sehe überhaupt nicht ein, warum ich mich den Rest meines Lebens damit abfinden soll, auf jegliche Art von Spritzen mit Heulkrampf, Erbrechen und Ohnmacht zu reagieren, nur weil irgend so ein Arzt – ein angeblicher Gott in Weiß – mein kindliches Vertrauen schamlos belogen hat!!!! Von wegen „So eine Spritze ist überhaupt nicht schlimm!“ DAS SEHE ICH ENTSCHIEDEN ANDERS!!!!

  6. Michael sagt:

    Ich habe Probleme mit den Sehen
    Wenn ich etwas nicht richtig erkennen kann bekomme
    ich leichte Panik.
    War schon beim Augenarst alles ok
    Therapeuten wissen auch so recht was das ist.
    Diess Ungewissheit macht mir Angst und lämt mich
    Dingte zu tun.
    Ich komme einfach nicht mehr zur Ruhe
    Das letzte MAl in der Klinik habe sie mir gesagt ich hätte ein Vermeidungsverhalten und haben mich damit nach HAuse geschickt.Toll ich bin ich zu Hause ich weis nicht
    was ich dagegen tun soll
    Ich versuche mich ja der Angst zustellen aber es wird nicht besser mit den Sehen
    Mache ich was falsch oder ist das keine Angst
    Woher soll ich das den wissen!
    Dann hat mich auch noch meine Freundin mich verlassen weil sie mit der Krankheit nicht klarkommt
    Ich bekomme keine Antworten auf meine fragten und keiner versteht mich
    MFG
    Michael

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