Panikattacken: Diese Form der Angststörung wird längst in der Öffentlichkeit und vor allem in den Medien diskutiert – spätestens seit der Erscheinung des Buches „Mängelexemplar“ von Sarah Kuttner im Jahr 2009. Kuttner wollte Panikattacken gezielt auf die öffentliche Agenda setzen. Sie erzählt in ihrem Roman die Geschichte der jungen, erfolgreichen Karo, die nach einem Lebenswandel plötzlich oft das Gefühl von Angst erfasst. Ein gezielter Einblick in das Leben der Angstgesellschaft. Dabei erzählt Kuttner nicht fernab von der Realität – im Gegenteil: Karo steht beispielhaft für alle Betroffenen, häufig erfolgreiche, bodenständige Menschen, die ganz plötzlich Angstzustände empfinden. Auch im medizinischen Bereich wird das Thema inzwischen sehr ernst genommen. Hausärzte diagnostizieren diese Art der Angststörung immer häufiger, in den Praxen liegen Informationsbroschüren aus. Aber was verbirgt sich hinter einer Panikattacke? Grundsätzlich handelt es sich um eine Alarmreaktion des Körpers. Wenn ein Mensch sich in einer bedrohlichen Situation – wie beispielsweise einem Flugzeugabsturz – befindet, reagiert der Körper darauf mit Herzrasen, Schweißausbrüchen und Atemnot. Eine natürliche Reaktion. Im Falle eines Panikanfalls sendet das Gehirn diese Signale der bedrohlichen Situation allerdings einfach so einige Minuten lang – es kann nachts im Bett passieren oder bei der Arbeit. Der Betroffene empfindet dann ein plötzlich auftretendes Engegefühl, atmet schneller und nimmt sein Herzrasen verstärkt wahr. Viele Menschen wissen nicht, worum es sich handelt und gehen zunächst davon aus, sie hätten einen Herzinfarkt.
Ursachen
Wie kommt es dazu, dass bei Menschen ohne ersichtliche äußere Auslöser plötzlich eine Panikreaktion auftritt? Die Umstände werden in der jeweiligen Angstsituation als besonders schlimm angesehen – ohne dass die Gründe dafür offensichtlich sein müssen. Oft haben Betroffene keine drängenden oder bewussten Probleme, die diese Reaktion auslösen. Das spezifische an dieser Form der Angst ist, dass es nicht zwingend ein Ereignis gibt, dass sie auslöst. Allerdings können Panikattacken im Rahmen bestimmter anderer psychischen Störungen auftreten, wie Burnout-Syndrom oder posttraumatische Belastungsstörung. Auslöser ist dann Stress und eine erhöhte Erwartungshaltung an einen selbst: Betroffene machen sich Druck und fürchten zu versagen oder den Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Wenn eine Panikattacke einmal auftritt, kommt sie in den meisten Fällen wieder: Ein Kreislauf, der als Angst vor der Angst beschrieben wird. Betroffene steigern sich in den Zuständ hinein und erwarten die Symptome erneut.
Symptome
Panikreaktionen treten meist nur Minutenlang, bei manchen allerdings auch ein paar Stunden auf. Sie äußern sich sowohl psychisch als auch physisch. Körperlich treten Engegefühl im Brustbereich und Atemnot auf. Typische Symptome sind zudem Herzrasen, Hyperventilation, Schweißausbruch, Schwindel und Zittern. Viele nehmen auch vermehrt Kribbeln und Krämpfe in den Muskelbereichen wahr. Der Körper ist dann in Alarmbereitschaft – er setzt die erhöhte Energiezufuhr in Gang, aber diese Reaktion wird von den Betroffenen als bedrohlich empfunden (weil es keine Gefahrensituation gibt), wodurch die Symptome noch verstärkt werden. Psychisch äußern sich Panikattacken in dem verstärkten Empfinden von Angst. Viele Betroffen berichten, dass sie anfänglich dachten, sie würden sterben oder sie hätten einen Herzinfarkt. Außerdem stehen viele neben sich: Eine Form von Depersonalisation. Die Umwelt wird nicht mehr so deutlich wahrgenommen, stattdessen konzentrieren sich Panik-Befallene auf sich selbst und ihren physischen Zustand, was die Symptome noch zusätzlich verstärkt. Unter Menschen kommt es dazu, dass sich an Panikattacken Leidende in einem solchen Falle abgrenzen oder nicht mehr wirklich ansprechbar sind. Zudem kann eine Folge sein, dass sich Menschen mit Panikstörungen sozial zurückziehen und isolieren – aus Angst vor einer Attacke in der Öffentlichkeit.
Diagnose
Ärzte stellen die Diagnose Panikstörung dann, wenn Betroffene von den oben genannten Symptomen erzählen und gleichzeitig von ihrer Lebenssituation berichten, die entweder schwierig oder aber auch stressig ist. Dennoch werden häufig zunächst die üblichen Tests gemacht: Lunge und Herz werden untersucht. Stellt sich keine körperliche Beeinträchtigung heraus, liegt die Diagnose nahe und wird als eine psychische Angststörung erkannt.
Therapie
Panikattacken sind eine Form der Angsterkrankung. Grundsätzlich wird eine psychologische Behandlung empfohlen. Eine Möglichkeit bietet die kognitive Verhaltenstherapie. Damit sind Strategien gemeint, die zum einen der Steigerung der Selbstsicherheit, zum zweiten der Bewältigung von Stress und drittens, dem Abbau von Eigenansprüchen dienen. Menschen setzen sich vor allem dann unter Stress, wenn sie hohe Ansprüche und Erwartungen an sich selbst haben. Diese ständige Belastung kann zu Panikattacken führen. Die kognitive Verhaltenstherapie zeigt Wege, damit umzugehen. Zudem hilft eine psychologische Behandlung nicht nur dabei, vorzubeugen und dem Entstehen der Angststörung auf den Grund zu gehen, sondern auch, wie Betroffene in der entsprechenden Situation mit einem Anfall umgehen können. Zunächst muss der Zusammenhang zwischen den Angstgefühlen und den körperlichen Reaktionen bewusst werden. Betroffene müssen sich klar werden, dass Enge in der Brust, Atemnot und Herzrasen die Folge ihrer angstauslösenden Gedanken sind, in die sie sich immer mehr hineinsteigern. Bei der Konfrontationstherapie wird direkt mit den Symptomen gearbeitet. Zum Beispiel weist der jeweilige Arzt den Patienten an, in einer bestimmten Zeit ganz schnell ein und auszuatmen, um zu demonstrieren, was bei einer Panikattacke genau passiert. Auf diese Weise lernt er, dass er seinen Körper kontrollieren kann. Dabei gilt stets: Die Angst kann nur weniger werden, wenn Betroffene sich der Situation stellen, in der die Angst kommt.
Vorbeugen
Ziel ist es, dass Betroffene sich bewusst machen, dass sie die Angst durch ihre Gedanken selbst erzeugen. Es wird folglich empfohlen, sich genau zu beobachten und die Gefühle und Gedanken zu hinterfragen. Woher kann die Angst kommen? Wenn sich Betroffene im Klaren sind, dass die körperlichen Reaktionen eine Folge ihrer gesteigerten Angstgefühle sind, dann können sie im Moment der Panikattacke gezielt ihre Gedanken an Herzinfarkt oder Tumor lindern und beiseite schieben. Denn: Die aufgestaute Angst kann durch den Betroffenen selbst abgebaut werden. Es ist nicht hilfreich, sich zurückzuziehen oder Situationen, in denen schon einmal ein Panikanfall auftrat, zu vermeiden. Im Gegenteil: Dadurch wird die Angst verstärkt. Wichtig ist zudem, dass man die Angstgefühle erwartet und dann damit richtig umgeht. Es kann helfen, an die frische Luft zu gehen und in den Himmel zu schauen – aber im Prinzip können Betroffene ihre eigene Strategie entwickeln, wie zum Beispiel bestimmte Atemtechniken. Es gibt auch Selbsthilfegruppen, in denen über das Thema geredet und gemeinsam Strategien entwickelt werden, die Panikattacken im Alltag anzunehmen, nicht an sich selbst zu zweifeln, und im entsprechenden Moment damit umzugehen. Aber auch, den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Ja es stimmt alles was Sie so schreiben aber was soll ich noch tun wenn schon alles “probiert” habe und es schon seit 9 Jahren andauert?
7 Wochen Psyhosomatik, 6 Wochen Psyhiatrie, +50 Stunden Ambulante therapie. Venlafaxin 300mg und Mirtazapin 40mg nehme ich auch schon seit 4 Jahren. Wie kann ich diese Quwahl endlich loswerden?
Danke
hi ich glaubte auch das ich den scheiss los bin da 10 jahre nichts mehr passiert ist bei mir fing es vor 12 jahren an nach der geburt meiner tochter so aus heiteren himmel dan 2 jahre ging ich durch die hölle so mit allen symtomen ….dan irgenswann war ruhe…ich hatte nix mehr….jetzt 10 jahre später fing alles wieder an……..meine erkenntnis man wird den mist nie los auch wen zwieschendurch ruhr ist